Navigationssysteme Test 2012
In Straßenkarten blättert fast niemand mehr, da ist es doch viel einfacher einem Navigationssystem die Routenplanung zu überlassen. Neben der Planung der schnellsten Route können moderne Navigationsgeräte noch einiges mehr. Sie sind Staumelder, Wegweiser zu Sehenswürdigkeiten und genereller Helfer bei der Fahrt.
Mobile Navigationsgeräte
Mobile Navigationsgeräte sind von allen Navi-Arten am weitesten verbreitet. Für einen moderaten Preis bieten sie viele Funktionen. Mit einer passenden Halterung können sie an der Windschutzscheibe oder der Armatur angebracht werden. Sie sind nicht an ein Auto fest gebunden, sondern können in jedem Wagen oder auch zu Fuß genutzt werden. Für eine Fußgänger- oder Radfahrernutzung muss aber das passende Kartenmaterial vorhanden sein. Außerdem sollte für eine Nutzung im Freien besonderer Wert auf eine kompakte Bauweise und ein auch bei Sonnenlicht gut ablesbares Display gelegt werden. Einfache Geräte berechnen nur die Route, andere bringen ausgereifte Multimedia-Funktionen mit. Aus diesem Grund werden mobile Navigationssysteme weiter unterteilt in eine Einsteigerklasse, eine Mittelklasse und High-End-Geräte.
Wer nur die Kernfunktionen eines Navis benötigt, kann mit einem Gerät der Einsteigerklasse auskommen. Solche Modelle gibt es bereits um die 100 Euro zu kaufen. Viele Komfortfeatures bieten diese Geräte jedoch nicht. Die Entwicklung geht zwar weiter, sodass inzwischen auch in dieser Klasse Zusatzfunktionen eingezogen sind. TMC (Verkehrsmeldungen über eine UKW-Frequenz empfangen) und vor allem TMCpro sind aber den höheren Preisklassen vorbehalten. Die Hersteller sparen bei den günstigen Modellen häufig am Kartenmaterial. Deswegen sollte ein Interessent darauf achten, dass die Karten aktuell sind und ob es mögliche Updates gibt. Auch die Kartenauswahl ist nicht so groß. Deutschland, Österreich und Schweiz sind in der Regel abgedeckt, aber das war es dann auch schon. Zusatzkarten müssen dann für einen hohen Preis nachgekauft werden. Die Displays der Einsteigerklasse sind eher klein. Die Darstellung ist simpel, was für eine einfache Navigation aber auch ausreicht.
In der Mittelklasse sind inzwischen viele Komfortextras eingezogen, die früher den High-End-Geräten vorbehalten waren. In der Geräteklasse, die etwas bis 300 Euro reicht, gehören Zusatzfunktionen wie ein Fahrspurassistent, TMC und weiteres zum Standard-Repertoire. Es gibt Real- oder 3D-Ansichten, das Gerät kennt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und manche Geräte schlagen sogar Events in der näheren Umgebung vor. Die jeweilige Höchstgeschwindigkeit kennen die Geräte auch – das Warnen vor Blitzgeräten ist mit deutschen Navis nicht erlaubt. Hat ein Gerät einen Höchsttempowarner integriert, sollte dieser nicht mit Pauschalwerten für Innerorts usw. arbeiten, sondern einzelne Werte für jede Straße bzw. jeden Straßenabschnitt bieten. Neben verschiedenen Stimmen zur Sprachausgabe ermöglichen einige Geräte auch die Spracheingabe. Das Kartenmaterial ist meist aktueller und ausführlicher als das der Einsteigerklasse. Für einen bestimmten Zeitraum sind Updates bei den meisten Modellen auch im Kaufpreis enthalten. Karten von Westeuropa sind der Standard, aber auch Osteuropakarten oder Material aus den USA ist keine Seltenheit. Die Displays sind größer als die der Einsteigernavis – das ist auch sinnvoll, da die ganzen Funktionen auch ihren Platz auf dem Bildschirm finden müssen.
Für die ganz Anspruchsvollen gibt es High-End-Navigationssysteme. Bei den Zusatzfunktionen gibt es hier keine Grenzen. Bedienung durch Spracheingabe, DVD-Player, Audio-Wiedergabe, TV-Funktion – das sind nur einige der Möglichkeiten. Video-Geräte haben natürlich ein entsprechend größeres Display – für den Outdoor-Einsatz sind sie so nicht geeignet. Auch die Akkulaufzeit kann unter Umständen dafür zu kurz sein. Internetfähige Geräte können noch viel mehr: Benzinpreisvergleich, Hilfe bei der Parkplatzsuche und das aktuelle Wetter sind nur einige der Möglichkeiten.
Festeinbauten
Wer Wert auf ein besonderes Aussehen im Auto legt, kann sein Navigationssystem in den DIN-Schacht des Armaturenbretts fest einbauen lassen. Dadurch können sie ins On-Board-Computer-System integriert werden und mit der Audio-Anlage zusammenarbeiten. Die Sprachausgabe kann über die Autolautsprecher stattfinden. Falls einmal kein GPS-Empfang vorhanden ist, haben Festeinbauten einen großen Vorteil gegenüber anderen Navigationssystemen: Sie können den Standort noch über das Tachometer und das Gyroskop bestimmen. Auch Probleme mit zahlreichen Kabeln im Auto gibt es mit Festeinbauten nicht. Dafür haben die Geräte einen entscheidenden Nachteil: Sie sind sehr teuer und erst ab 700 Euro abwärts zu haben.
Handy-Navigation
Moderne Smartphones haben zu einem großen Teil eine Navigationssoftware integriert. Ist dies nicht der Fall, kann der Smartphone-Nutzer sie immer noch nachrüsten oder auf Internetnavigation zurückgreifen. Der Vorteil der Handy-Navigation ist entsprechend, dass nur ein Gerät benötigt wird, das immer dabei ist. Wer nur gelegentlich ein Navigationsgerät braucht, kann hier also sparen. Zu achten ist auf ein halbwegs großes Smartphone-Display, damit alles gut erkennbar ist. Gerade in diesem Bereich ist eine ständige Weiterentwicklung im Gange, auch kostenlose Navigationssoftware für Handys ist ein mögliches Zukunftsszenario. Über ein Anschlusskabel für das Auto kann das Smartphone mit Strom versorgt werden.
Navigation für Spezialzwecke
Fußgänger, Wanderer und Sportler können mit den üblichen Navigationsgeräten nur bedingt etwas anfangen. Deswegen haben sich aus ursprünglich reinen GPS-Tracking-Geräten inzwischen robuste Navis entwickelt. Um sich im Gelände zurechtzufinden, gibt es Geräte mit Höhenmesser oder Kompass. Navigationsgeräte für Sportler eigenen sich teilweise auch als Trainingscomputer. Aber das Wichtigste bleiben die speziellen Karten, die auch Wege, die ein Auto nicht befahren darf, kennen. Einsteigergeräte sind ab 100 Euro erhältlich. Je nach Funktionsumfang kann aber auch deutlich mehr ausgegeben werden.
Weitere Informationen und Testberichte
Wem diese Informationen noch nicht ausreichen, kann sich weitere Informationen einholen. Besonders gut ist beim Thema Navigationssysteme der ADAC aufgestellt. Er veröffentlicht auch regelmäßig Testberichte. Mehr für Testberichte als für Informationen sind die Magazine und Internetseite von Stiftung Warentest zu empfehlen. Weitere nützliche Quellen für Tests sind Connect, CHIP Test & Kauf, konsument.at und einige andere.